Wie man besonders wird.. via AUSTIN KLEON

Heute am späten Nachmittag schlage ich eine Seite in einem Buch auf, die mich schließlich dazu anspornt, meinen ersten, eigenen Blog zu schreiben, obwohl ich das eigentlich nicht vorhatte.

Das Buch ist von Austin Kleon und heißt: show your work

Die Seite, die ich aufschlage: Wie man besonders wird.

Ich lese weiter...

Schritt 1: "aufhören es zu versuchen"

Super!!!

Seit heute morgen zermartere ich mir das Hirn, was ich auf Instagram oder Facebook posten könnte, um möglichst originell zu sein. Ich habe erst dieses Jahr wieder damit angefangen die Netzwerke zu bedienen, weil mein Umfeld meint, ohne ginge es nicht und wahrscheinlich haben sie recht. Trotzdem, es fällt mir schwer. Mir fehlt einfach die Leichtigkeit und ich ahne, dass ich in dem Versuch, mich interessant machen zu  wollen, meine Authentizität verliere, ein Attribut, das mir sehr am Herzen liegt. Missmutig starre ich auf mein handy und ärgere mich über die wenigen likes, nach einem Posting. Mein eitles Ich holt mich mal wieder ein.

 

Der Satz von Austin Kleon hat mir einen Moment beseelter Entspannung geschenkt, das Buch

show your work

ist cool für jeden, schließlich sind wir alle irgendwo kreative Köpfe, manche von uns wissen es nur noch nicht.

Als es mir meine "Couchine", eine tolle Frau, die mich hin und wieder rund ums Schreiben berät, vor einigen Wochen in die Hand drückte, dachte ich, was soll ich von meiner Arbeit schon zeigen...

Einen unaufgeräumten Schreibtsich auf dem, neben einer Tasse heißen Wasser, ein starker Kaffee steht, (ich trinke beides nacheinander)  vollgekrakelte Seiten, mit denen ich gerade nichts anfangen kann,, beleuchtet mit einer staubige Vintage-Lampe von Ikea.

Wen interessiert das?

Und doch höre ich immer wieder, dass ich meinen Lesern etwas zeigen soll, von mir zeigen soll, was ich gemacht habe in und mit meinem Leben. Schließlich bin ich immerhin 54 Jahre alt. (und mit der Kommasetzung habe ich immer noch Probleme:)

 

Ich fange ab heute einfach an, immer mal wieder etwas in diesen Blog zu schreiben. Was, das weiß ich noch nicht genau. Ich lass' mich überraschen.

Mir fällt ein, das mir mal jemand gesagt hat, dass ich besonders bin. Genau so besonders wie jeder einzelne von uns. Damit können mein Ego und Ich (wenn sie nicht gar identisch sind) gut leben.

Und ich entscheide mich, hier und heute, nur dann in den Netzwerken etwas zu posten, wenn nicht ich es finde, sondern es, mich findet. Vielleicht passiert das täglich, vielleicht wöchentlich. Wer weiß das schon.

Ich will mich einfach nicht mehr unter Druck setzen lassen, nicht von mir und schon gar nicht von anderen. 

 

Immerhin hat mich diese Ra(s)tlosigkeit von heute dazu getrieben, das erste Mal in meinem Leben einen Blog zu schreiben.

Danke Austin

und danke Katja, fürs Buch leihen:))