Die Welle ist das Meer.
(Willigis Jäger)
Der Brauch der guten Vorsätze ist schon sehr alt.
Ob Babylonier, die alten Römer oder Christen. Sie alle wollten als bessere Menschen in ein Neues Jahr gehen.
Gute Vorsätze kommen aus religiösen Gelübden der Antike, haben sich über Jahrtausende entwickelt und sind zum persönlichen Ritual geworden.
Sind diese Vorsätze tatsächlich hilfreich oder doch eher eine Blockade im Flow des Lebens?
Erschaffen wir sie, um unser Gewissen zu beruhigen, gleich einem verbalen Kopfkissen?
Vorsätze könnten sich in kreative Visionen transformieren.
Wichtig ist nur, dass sie unseren Lebensfluss, der ohnehin oft als zähe Brühe vor sich hin blubbert, nicht noch zusätzlich verstopfen.
Wie wir wissen, wird auch dieses Jahr wahrscheinlich nicht nach Plan verlaufen.
In manchen Fällen vielleicht auch besser so.
Das heißt nicht, dass wir keine Pläne haben sollten.
Aber es ist gut sich einzugestehen, dass sie sich von einem auf den anderen Moment rigoros ändern können, und das nicht immer zum Positiven. Dann ist es hilfreich sich nicht in einen, aus Pessimismus gewebten Mantel zu verkriechen und sich in einer Endlosspirale wiederzufinden, wie eine App, die sich im Hintergrund immer wieder selbst aktualisiert, ohne dass es dem System taugt.
An dem Tag, an dem wir uns wünschen, keine Wünsche mehr zu haben, sind wir vielleicht in die Nähe dessen gekommen, wo wir eigentlich hin wollen.
Im Endeffekt geht es darum zu üben, auf den Moment zu reagieren, ähnlich einem Surfer, der sich auf die Welle schwingt.
Vielleicht ist der Plan also nicht alles festzulegen, sondern beweglich zu bleiben.
Wie ein Surfer zu erkennen, dass wir nicht gegen die Welle kämpfen müssen, sondern dass wir längst Teil von ihr sind.
Die Welle ist nicht das Hindernis.
Die Welle ist das Meer.
Viel Spaß beim Surfen:)

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